Rennbericht zu Bike Fourpeaks

Mein erstes Etappenrennen erstreckte sich über nur 206 km, aber vollgestopft mit ca. 8.200hm. Das sollte für den Einstieg reichen. Ich hatte mir eigentlich die Taktik, die ersten beiden Tage locker anzufangen und zum Schluss "auskotzen" auferlegt.


Tag 1 war sehr ernüchternd. Richtig Kraft sparen kann man bei 2.000hm auf so kurzen Etappen gar nicht. Die Laune weiter nach unten drückte die Erkenntnis, dass mein Sitzknochen immer noch nicht mit meinem Sattel, der Sitzposition oder was weiß ich in diesem Kosmos harmonieren will.

 

Da fest stand, dass ich so nicht durch komme, habe ich entgegen aller Bikegesetze bezüglich neuen Material im Wettkampf, einen neuen Sattel gekauft und eine Schmerztablette zum Frühstück dinniert.

Und siehe da, so kann ich leben. Hoch erfreut darüber, dass ich so radeln kann, lief Etappe 2 viel besser und ich konnte beruhigt die Berge hoch leiden. Und so ekelig das eigentlich ist 1,5h mit Wandersmanngeschwindigkeit einen Berg hoch zu treten, so beeindruckend finde ich das. Ja ich liebe es sogar. Es ist so eine ganz ruhige betretene Stille im Feld. Jeder leidet sich ganz fokussiert auf sich und seinen Rhythmus hoch.

Gelegentlich stöhnt einer "Was für ´ne Scheiße hier eigentlich!" Kurzes Lachen im Feld und dann wieder dieses stille Schniefen.

 

Bergab verliere ich viele Plätze, die ich aufwärts erarbeite, aufgrund meiner bedingungslosen Liebe zum Leben! Außerdem bin ich beruflich auf meine zwei gesunden Pfötchen angewiesen und ich hasse das Essen im Krankenhaus. Das kostet zwar extra Bremsbeläge am dritten Tag, aber erhält die Lebensfreude.

 

Tag für Tag wuchs das Feld zusammen und es wurden Freundschaften geschlossen, es ist eine Woche bunter Mikrokosmos. Nur wir, die Berge, die wahnsinnige Landschaft, Kühe, Bikes, Restaurants und Bikes. Mehr ist da nicht und das ist mal ganz gut so.

 

Die Etappen verliefen bei mir alle ähnlich, ich habe muskulär erstaunlich wenig abgebaut nur zwischen den Etappen war ich Tag für Tag mehr im Eimer. Nach der Dritten hatte ich überhaupt keinen Hunger. Vielleicht war mein Magen von bis dahin 17 Gels etwas genervt. (Als ob er sonst, von mir Sterneköchin, so viel Besseres gewohnt wäre. ;)  )

 

Am Ende erreichte ich als zufriedene und gesunde 23te das Ziel und bin schwer begeistert vom Format Etappenrennen. Lob an Ley Events, sehr sympatische Veranstalter mit Engagement und Herz. Besonderen Dank an Sönke vom Bikepark Winsen der mein armes geschundenes Phönix komplettsaniert hat.

 

Als nächstes gönn´ ich mir mal wieder ´nen Triathlon.

Bis bald, Kette rechts eure Julitschka!


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